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Seit ich denken kann, waren Pferde meine große Leidenschaft. Weil es damals unmöglich war, ein eigenes Pferd zu haben, ich aber unbedingt mit Tieren arbeiten wollte, machte ich nach dem Abitur eine Lehre zum Zootechniker, betreute und ritt mein erstes Pflegepferd. Auch nach meinem unverschuldeten Autounfall 1983, der mich seitdem an den Rollstuhl fesselt, wollte ich den Traum vom eigenen Pferd nicht aufgeben. Aber mein erstes Pferd machte meine therapeutischen Reitversuche rasch zunichte. Er dachte sich immer neue Methoden aus, mich abzuwerfen, und er war auch im Umgang alles andere als handlich.

Dann kam Friesenwallach Biko. Auch er war anfangs recht ungestüm und brachte mich oft in gefährliche Situationen. Zu dieser Zeit – 1995 – hörte ich zum ersten Mal von Pat Parelli. Er unterrichtete angeblich eine Methode, mit der man Pferde allein durch Körpersprache und  eine positive innere Einstellung  „beherrschen“ konnte. Als ich erfuhr, dass dieser „Pferdezauberer“ einen Kurs in Berlin gab, packte ich meinen Biko ein und besuchte mit ihm eines der ersten Parelli-Seminare in Deutschland. Was soll ich sagen? Der Unterschied in meinem Pferd nach diesen zwei Tagen war weltbewegend!

Mit dem Parelli-Homestudy-Programm erarbeitete ich mir Level 2, und als ich Pat Parelli wiedersah,  hatte er die schönste Überraschung meines Lebens parat: Er und seine Frau Linda luden mich samt Biko nach Amerika ein, übernahmen für mich die Kosten. Und noch andere liebe Menschen unterstützen mich: Peter Niedetzky aus Österreich organisierte zusammen mit der Welser Pferdemesse und der Redaktion der Pferderevue eine Spendenaktion, die für den Flug von Biko aufkam. Den Rücktransport übernahm spontan Guido Klatte, Profi für Pferdetransporte nach und von Amerika.

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Auf Pat Parellis Ranch studierte ich vier Monate lang, lernte die Arbeit mit jungen und schwierigen Pferden, verbesserte meine Kommunikation mit Biko und machte auf ihm sogar aufregende Ausritte in die Rocky Mountains. Ich legte Level 3 ab und bin seit 1999 autorisierter Parelli-Instructor. Seitdem fahre ich einmal im Jahr zu Fortbildungen mit Pat Parelli.

 Außerdem lernte ich vom legendären Pferdedompteur Freddy Knie sen., verbesserte meine Horsemanship-Kenntnisse bei Ray Hunt, dem „Master of Communication“, besuchte Reitmeister Bent Branderup und tauschte mich mit dem russischen „Pferdeflüsterer“ Alexander Nevzorow aus.